Camping während Corona
auf Reisen,  Europareise mit Hund

Pause unserer Europareise durch Corona

Schon lange gab es jetzt keinen Beitrag mehr von uns. Das liegt vor allem an der aktuellen Situation, durch die auch wir momentan nicht mehr reisen können. Was wir seit Mitte März eigentlich gemacht haben, möchten wir dir jetzt aber trotzdem noch erzählen. Denn spannend und auch sehr schön war diese Zeit für uns trotz Corona auf jeden Fall!

Abschied vom Meer
Hätten wir gewusst, dass das unser letzter Sonnenuntergang am Strand für lange Zeit sein wird, hätten wir ihn wohl noch mehr genossen.

Wir bekamen Anfang März Besuch von meinen Eltern in Lissabon, wo wir uns ein Ferienhaus mieteten und die sonnigen Tage gemeinsam im Garten und am Strand genossen. Während des Besuchs gab es schön langsam die ersten Einschränkungen und die starke Ausbreitung von Corona. Innerhalb weniger Tage änderte sich unsere Einstellung zu diesem Virus stark und unser Plan, wieder nach Spanien zu fahren und dort noch einige Wochen zu reisen, rückte in die Ferne. Als meine Eltern nach Hause flogen, war der Flugverkehr zum Glück noch nicht eingeschränkt und es gab auch noch keine Quarantäne-Bestimmungen in Österreich.

Wir entschlossen uns dann erstmal in Portugal zu bleiben, da die Zahl der Fälle in Spanien auch Mitte März schon sehr hoch war und es uns in Portugal sehr sicher erschien. Wir hätten natürlich auch sofort nach Hause fahren können. Aber dazu waren wir einerseits absolut noch nicht bereit. Und andererseits dachten wir, wir würden uns selbst und andere bestimmt weniger gefährden, wenn wir weiterhin relativ isoliert im Van in Portugal leben, als wenn wir durch halb Europa nach Hause fahren. Freunde aus Deutschland, die wir über Instagram kennen lernten, kamen am selben Tag nach Lissabon, weshalb wir uns außerhalb der Stadt am Strand trafen.

Vanlife Portugal

Wir genossen noch zwei Tage am Strand mit den Hunden, als es dann auch in Portugal erste Einschränkungen gab und der Strand nicht mehr für sportliche Aktivitäten genutzt werden durfte. Spazieren mit Hunden war zu der Zeit zwar noch erlaubt, aber wir wollten uns zur Sicherheit trotzdem lieber ein ruhigeres Plätzchen im Inland Portugals suchen. Damals dachten wir noch, dass wir nach wenigen Tagen oder Wochen wieder an den Strand zurückkehren und normal weiterreisen könnten.

2 Wochen Isolation am Stausee

Corona Camp Portugal

Gemeinsam fuhren wir also an einen Stausee im Inland, wo wir dann die nächsten zwei Wochen verbrachten. Nach zwei Tagen kam dann noch ein dritter Van mit Freunden von Instagram zu unserer „Isolations-Gruppe“. Wir waren dann insgesamt sechs Personen und vier Hunde, die dort gemeinsam am Stausee standen und die Tage und Abende gemeinsam verbrachten.

Es kamen auch zwei Frauen aus dem Dorf in der Nähe vorbei und sagten uns, dass wir bitte dort stehen bleiben und nicht weiter reisen sollten, um niemanden zu gefährden. Sie boten uns sogar an, für uns einkaufen zu gehen und brachten uns Gemüse aus ihrem Garten. Mit der Gewissheit, dass wir dort niemanden stören, blieben wir also am Stausee. Wir hatten großes Glück mit dem Wetter und für die Hunde war der Platz perfekt. Sie konnten meistens frei oder an der langen Leine laufen und viel gemeinsam spielen. Wir fuhren in den zwei Wochen nur einmal von unserem Platz weg, um einzukaufen. Einen Großeinkauf für sechs Personen wollten wir den Damen nicht antun, weshalb Patrick, Jack, Pino und ich uns auf den Weg machten und einen Nachmittag damit verbrachten für unsere Gruppe einzukaufen.

Nach ca. zwei Wochen am Stausee kam dann allerdings an einem Abend plötzlich die GNR vorbei. Die Polizisten sagten uns, wir müssen den Platz bis zum Morgen verlassen, da frei campen in Portugal nicht erlaubt ist. Wir versuchten ihnen zu erklären, dass es ja keine legalen Möglichkeiten mehr gab, da alle Stell- und Campingplätze geschlossen waren und wir so niemanden gefährdeten. Sie konnten uns dort aber leider trotzdem nicht erlauben stehen zu bleiben, weshalb wir am nächsten Tag abreisen mussten.

Wir fuhren dann erstmal einkaufen und Wäsche waschen und suchten währenddessen nach einer privaten Unterkunft irgendwo in Portugal. Nach einigen Absagen fanden wir dann zum Glück noch eine wunderbare Möglichkeit wo wir und unsere zwei Freunde aus Deutschland kostenlos parken durften.

2,5 Wochen auf der Pferdekoppel

Wir telefonierten mit einer sehr netten Frau aus den Niederlanden die einen großen Pferdehof im Inland Portugals besitzt. Sie bietet das ganze Jahr über an, dass man kostenlos bei ihr campen darf, wenn man dafür auf dem Hof mithilft. Da ihre letzten Helfer gerade abgereist waren, war sie sehr froh über unseren Anruf und sagte, dass wir gerne kommen dürften.

Der wunderschöne Hof ist wirklich groß und mitten im Nirgendwo. Der Hof ist autark, es gibt kein Trinkwasser und Strom nur vom Generator. Da wir ohnehin selbst mit Strom und Wasser versorgt sind, passte das perfekt für uns. Unser Camp schlugen wir auf der großen Pferdekoppel auf. Da konnten wir übrigens auch unser großes Zelt zum ersten Mal auspacken und verwenden. Damit bauten wir uns einen kleinen Garten zwischen den Vans, in dem die Hunde ohne Leine sein konnten. Außerhalb mussten wir sie wegen den Pferden an der Leine halten, da ein Fohlen leider schon mal von einem freilaufenden Hund von Campern verletzt worden war.

Hilfe am Pferdehof

Unsere Hilfe dafür, dass wir auf der Koppel parken dürfen, bestand hauptsächlich aus Hilfe im Stall. Täglich etwa 1-2 Stunden halfen wir beim Ausmisten im Stall. Zusätzlich haben wir die Hausmauer des Gebäudes neu gestrichen und manchmal die Pferde geputzt oder beim Besuch der Tierärztin geholfen.

Leben auf der Pferdekoppel

Anfangs hatten wir Bedenken, wie das mit den Hunden und den Pferden wohl funktionieren würde. Jack hatte früher ziemliche Angst vor Kühen und Pferden. Und obwohl er im Laufe unserer Europareise viel mutiger wurde, hatte ich Angst, dass er sich mitten auf einer Pferdekoppel vielleicht nicht wohl fühlen würde. Auch bei Pino war ich gespannt, wie er auf die Pferde reagieren würde. Er bellt schnell, wenn er aufgeregt ist und ich hoffte, dass das nicht zum Dauerstress für ihn werden würde.

Aber wie es meistens ist, nahmen die Hunde die Situation auch hier viel entspannter als ich es je gedacht hätte. Jack hielt zwar Abstand zu den Pferden, hatte aber überhaupt keine Angst vor ihnen. Er wälzte sich auf der Wiese neben den Pferden in der Sonne und beobachtete sie entspannt vom Van aus. Pino war am Anfang zwar aufgeregt, ließ sich aber sehr schnell beruhigen und lernte innerhalb kurzer Zeit, dass er die Pferde nicht anbellen sollte. Er war unglaublich neugierig und wollte immer zu den Pferden. Mit der Zeit wurden auch die Pferde neugierig und kamen immer näher an den Van. Pino bekam das ein oder andere Mal sogar einen Kuss von ihnen. 😉

Spazieren konnten wir auf dem großen Gelände im Wald der Pferdekoppel auch jeden Tag. Außerhalb des Geländes gab es leider viele Pinien in denen wir auch einige Nester der Prozessionsspinner sahen. Aus diesem Grund verließen wir das Gelände nur ein Mal zum Einkaufen. Für die Hunde gab es sogar eine eingezäunte Wiese auf der sie ohne Leine laufen und spielen durften. Das einzige das Jack fehlte, war der See zum Baden. Aber auch hier gab es eine Alternative, zuerst unseren mit Wasser gefüllten Wäschekorb und später legte er sich einfach in die Pferdetränke um sich abzukühlen. Und Pino hat in Roxy, einer der Hündinnen unserer Freunde, wohl seine erste große Liebe gefunden. Die beiden spielten und kuschelten fast den ganzen Tag gemeinsam

Auch wir genossen das Leben auf der Pferdekoppel. Es war schön, den ganzen Tag die Pferde zu beobachten. Das Fohlen der Gruppe war erst wenige Wochen alt und am Anfang noch recht schüchtern. Mit jedem Tag kam es dann aber näher zu uns und ließ sich dann täglich von mir streicheln und verwöhnen. Auch die älteren Pferde genossen die Streicheleinheiten und stiegen oft schon fast in den Van ein.

Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit mit Brettspielen, Lagerfeuer und gemütlichem in der Sonne sitzen. Aber so schön es dort war, wurde es dann irgendwann doch eintönig. Besonders dass wir keine langen Spaziergänge machen konnten störte uns. Als auch Ende April noch keine Besserung der Lage in Europa in Sicht war, entschlossen wir uns dazu, nach Österreich zurück zu fahren. Wir entschieden uns eine Pause unserer Europareise zu Hause zu machen und wieder weiter zu reisen, wenn es die Situation in Europa wieder zulässt. Unsere Freunde und ihre beiden Hündinnen blieben noch dort, so mussten wir uns nach über einem Monat vorerst wieder verabschieden.

Rückreise von Portugal nach Österreich

Wir informierten uns also über die Rückkehr nach Österreich, druckten die nötigen Dokumente aus und machten uns an einem Samstag auf den Weg zurück nach Österreich. Nach einem letzten Einkauf in Portugal überquerten wir die Grenze nach Spanien. An der Grenze füllten wir ein Dokument mit unseren persönlichen Daten aus in dem wir versicherten, dass wir nur auf der Durchreise sind. Dort bekamen wir auch eine Bestätigung mit dem Datum und der Uhrzeit des Grenzübertritts, falls wir in Spanien kontrolliert werden. Die Straßen waren in Portugal und Spanien fast völlig leer und wir konnten ganz entspannt über die (mautfreie) Autobahn fahren. In Spanien hatten wir eine Drogen- und Waffenkontrolle bei der wir aussteigen mussten und der Van mit einem Spürhund durchsucht wurde. Die Polizisten waren aber sehr freundlich und ließen uns dann auch schnell wieder weiter fahren.

Wir suchten uns wie auch schon zuvor immer schöne Schlafplätze in der Natur, die auf der Strecke lagen. Der Alltag in diesen Tagen der Heimreise sah dann so aus, dass wir meistens früh aufstanden und ein Stück fuhren. Dann suchten wir uns ein schönes Plätzchen für eine Pause an dem wir frühstückten und die Hunde auslasteten. Dann wieder ein paar Stunden fahren, nochmal Pause und nochmal einige Stunden fahren bevor wir uns unseren Schlafplatz suchten. Spazieren gehen war nicht möglich, da gerade in Spanien die Bestimmungen sehr streng waren und wir uns nicht weit vom Van entfernen durften. Wir fanden aber immer einen schönen Ort für eine Pause wo sich die Hunde etwas bewegen konnten.

Für die Grenze nach Frankreich hatten wir schon das nötige Dokument ausgedruckt und ausgefüllt. Das zeigten wir dem Beamten an der Grenze der uns dann direkt weiterfahren ließ. Auch an der Grenze zu Deutschland verlief alles problemlos, nachdem wir erklärten, dass wir auf der Rückreise nach Österreich sind. Unsere letzte Nacht verbrachten wir dann auf einem Parkplatz in Deutschland. Dort klopften um Mitternacht zwei Polizisten an unsere Tür, die sich wunderten was ein österreichischer Camper dort macht. Als wir ihnen die Situation erklärten, waren aber auch sie sehr verständnisvoll und ließen uns dort schlafen. Für die Grenze nach Österreich hatten wir ebenfalls ein Dokument vorbereitet, mit dem wir bestätigen, dass wir uns 14 Tage in Heimquarantäne begeben.

Rückreise nach Österreich

Daheim angekommen erwartete uns eine schöne Begrüßung und wir waren froh über die erste heiße Dusche seit langem. Die Quarantäne verging dann eigentlich richtig schnell, da wir viel zu tun hatten. Erstmal die Wohnung putzen und alles ausräumen. Dann haben wir den Garten Pino-sicher eingezäunt, damit die beiden entspannt draußen spielen und laufen können. Und danach ging es auch schon wieder ans Umbauen im Van. Einige kalte Nächte im Winter haben uns gezeigt, dass eine Standheizung im Van doch ganz schön wäre. Wir bauen also eine Diesel-Heizung ein. Außerdem möchten wir die Koch-Situation im Van verbessern und die Hundebox wird umgebaut.

Mittlerweile haben wir die zwei Wochen überstanden und dürfen auch wieder spazieren und einkaufen gehen. Für die Hunde war es zum Glück überhaupt kein Problem daheim zu bleiben, da wir einen großen Garten haben. Auch die Heimfahrt haben die beiden richtig gut gemeistert, während den langen Fahrten haben sie fast immer geschlafen.

Wann und vor allem wohin es für uns weiter geht, wissen wir selbst noch nicht. Das hängt davon ab, wann man in Europa wieder „normal“ reisen darf. Erstmal genießen wir aber die Zeit daheim, langweilig wird uns hier ja nicht. 😉

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